Ihr seid angewidert von der platitüdenhaften Wiederholung immer und immer wieder derselben Klischees?
Dann informiert euch mal richtig. Als Bonus gibts einen Auszug aus den Kommentaren, der vom Autor selbst gepostet wurde.
In drei Sätzen: Seit der Euro-Einführung sind die Preise so explodiert (in machen Bereichen des täglichen Lebens um 40 Prozent), dass die Löhne zumindest teilweise nachziehen mussten. Das hat die ohnehin schwache Industrie noch weniger wettbewerbsfähig werden lassen. Und dann kam die Finanzkrise, die alle drei Säulen der griechischen Wirtschaft (Schifffahrt, Tourismus und Bau) extrem getroffen hat. 15 Prozent des BIP weg, mehr als in jedem anderen Euroland. Und in dieser Situation begannen die Banken, gegen Griechenland zu zocken. Das war dann das.
Da sind unsere Bailouts aber mal so richtig gut angelegt, was?
Na, da haben die Banken aus der Finanzkrise aber mal so richtig gelernt.
/update: Link nachgeliefert. hatte ich vergessen.
14 Kommentare:
Dazu kommt noch die griechische Mentalität Steuergelder lieber in die eigene Tasche fließen zu lassen.
Das sagen selbst Griechen. Das geht dann nach dem Motto:jaaaa also offiziell kostet das 30 euro aber für dich 12. Quittung? nee machen wir ohne.
Diese ganze Griechenland-Debatte nervt wirklich langsam.
Was mich z.z aber am meisten nervt, ist dieses ewige getue, der "armen Griechen" - auf die untersten Schichten mag das zutreffen, da es die am härtesten trifft.
Aber wer darfs mal wieder ausbaden (zumindest größtenteils) - die deutschen Steuerzahler. Klar ist das Geld, welches wohl nach Griechenland gehen soll (glaube 8mrd € von dt.) nicht verschenkt, aber glaubt wirklich jemand, dass die die Kredite jemals zurück zahlen können?
Zumal Griechenland schon seit vielen Jahren eine katastrophale Finanzpolitik hat, schon vor der Euro-Zeit. Und nur durch Betrug und Fälschung von Statistiken haben sie die Aufnahme in die EU geschafft.
Klar in Griechenland gibts jetzt Proteste und Aufstände, aber müssten wir nich auf die Straßen gehen? Ein Grieche mit gleicher Beschäftigung wie ein Deutscher verdient einiges mehr, zahlt so viel Steuern jährlich wie der Deutsche im Monat und geht mit 50 - 55 Jahren in Rente und kriegt (ich glaub nur im ersten) mehr Rente als sein letztes Gehalt. Ich verstehe den Unmut vieler deutscher Steuerzahler die bis über 60 arbeiten und dann nur <60% Rente kriegen weil nicht bis 65/67 gearbeitet wurde.
Ich weiß ich schweife etwas ab, aber letztens erst wieder Bericht(e) gesehen/gelesen, wo es u.A. darum ging wie die (bösen) Deutschen nur nicht sofort das Geld rausrücken können. Klar, wir sind immder die "Bösen", zwar würde die EU ohne uns nicht lange existieren und wir sind das einzige Land welches viel mehr Geld in die EU investiert als sie von ihr zurück bekommt, aber das sehen andere Regierungen nicht und zeigen mit dem Finger auf uns.
Auch einige Proteste Griechenlands gehen ja gegen uns z.b. (weiß nicht ob noch Aktuell) wurden alle Flüge von und nach Deutschland gestrichen etc.
Eig. müsste Deutschland mit EU-Austritt drohen, um unseren "Nachbarn" mal ein deutschliches Signal zu geben aber die würden das sicher nur als unsoziales oder gar nationalsozialistisches Verhalten deuten. Das Bild der Deutschen, außerhalb Deutschlands, ist doch, abgesehn von Weißwurst, Sauerkraut und Bier, nur das Deutschland der Dichter und Denker (Goethe und Schiller) und natürlich das Hitler-Deutschland.
Naja, ich mach lieber Schluss, schon viel zu weit abgeschweift.
Wade Wilson
@Wade:
Bitte Bild wegwerfen und nie wieder lesen. Das Bild sieht nämlich in Wirklichkeit GANZ anders aus:
Dass der durchschnittliche Grieche mit 50 Jahren in Rente geht ist schlicht gelogen. Der _kann_ nach 35 Jahren aufhören mit arbeiten, Rente bekommt er aber erst frühestens ab 60. Da viele Griechen in der Tat schon mit 15 anfangen zu arbeiten, erklärt sich das mit den 50.
Das durchschnittliche Verrentungsalter ist in Griechenland 61,4 Jahre. In Deutschland ist es 61,7 Jahre.
Außerdem: es heißt immer, die Griechen bekommen 94% des Gehalts an Rente. Aber in absoluten Zahlen wird nichts gesagt. Warum nicht? Weil die durchschnittliche Rente dort nach dem _GRUNDGEHALT_ berechnet wird, nicht nach dem Gesamtgehalt, dass sich zu einem großen Teil aus Boni und Zuschlägen berechnet. Demzufolge ist die durchschnittliche Rente der reichen Griechen auch bei 630 Euro.
Aber 630 Euro sind nicht so gut zum bashen wie 94% oder?
Und dass die olle Merkel so lang gezaudert hat, obwohl eigentlich schon von Anfang an klar war, Zahlemann und Söhne oder Tschüss Euro, ist imho dem Ackermann geschuldet.
Die Deutsche Bank und ihre Hedgefonds waren nämlich ganz vorne mit dabei, als es darum ging, Griechenland in den Ruin zu wetten.
Da sie so lang gezögert hat, ist der Finanzbedarf der Griechen um ein vielfaches gewachsen.
Was jetzt dazu führt, dass viel mehr Steuergelder reingebuttert werden müssen - aber die Hedgefonds haben satte Gewinne eingefahren.
Und ich wiederum stelle hier mal die Verschwörungstheorie auf, dass Frau Merkel ihrem guten Freund Ackermann was gutes tun wollte und absichtlich so lang gezögert hat, damit die Griechen noch weiter ins Minus rutschen und die abgewertet werden. Darauf liefen die Spekulationen der Hedgefonds nämlich raus.
Und dieses ganze widerliche Griechengebashe in den Zeitungen ist dem Umstand geschuldet, dass man die Spuren grad mal irgendwie verwischen muss. Wenn nämlich mal offen dargelegt werden würde, wieviel die Banken jetzt an Griechenlands Ruin verdient haben und so letztlich unsere Steuergelder nochmal als zusätzliches Bailout einfrühstücken, dann würde der Ruf nach einer Regulierung dieser widerlichen Parasiten der Gesellschaft aber mal ganz laut werden. Und das wollen die nicht.
Also wirft man Nebelkerzen. Und die doofen Deutschen fallen voll drauf rein.
Übrigens:
Natürlich gibts Korruption in Griechenland - aber da leiden die Griechen selbst am meisten drunter. Natürlich gibts da viel zu verbessern.
Aber wenn ich mich HIER umgucke - ich würd da nicht so richtig gerne mit Kieseln auf ein anderes Land werfen. Könnte sein, dass da Wackersteine zurückkommen.
Nein. Ich habe noch nie eine Bild "Zeitung" gekauft, aber das nur Nebenbei.
Das Merkels "zögern" damit begründet sein soll, um Ackermann möglichst viel Geld zu zuspielen, halte ich für eine waage Theorie. Ich finde es viel schlimmer, dass unser ach so toller Finanzminister, dem Beispiel andere EU-Staaten folgte, und sofort das Geld den Griechen versprach. Is klar, dass die dann nicht spaaen würden und erstmal n großer Batzen im schwarzen Korruptionsloch verschwindet.
Außerdem, mag es sein, dass die Renten in Griechenland ähnlich hoch/niedrig wie bei uns sind, ABER dafür sind Wohn- und Lebenskosten sicher wesentlich geringer als bei uns und es ist ein Fakt, dass die Griechen viel weniger Steuern zahlen.
Ich würde mit den Geldern noch länger warten, denn, was nützt es, wenn Griechenland nicht einleckt bzw. nicht genug. Es gibt z.B. viel zu viele Beamte, die Stellen sind teilweise 3-fach belegt und mit fetten Pension abgesichert. Was würde sich denn ändern, wenn die Mrd Euro (btw. es sind 22Mrd von uns und ca. 8 Mrd vom Rest der EU) sofort fließen? Garnichts, es würde weiter laufen wie bisher. Griechenland verschlingt Milliarden EU Gelder seit Jahren und zu Bestrafung gibts noch mehr Geld. Und wir Deutschen sind immer die Bösen, aber naja das hab ich ja schonmal erwähnt.
Und wenn der Euro wirklich am Ende sein soll, ist das garantiert nicht unsere Schuld, aber wir werden bestimmt die angearschten sein, wenn in ein paar Jahren die nächsten Länder ankommen, z.B. Spanien, glaub die verschlingern auch sehr viele EU-Gelder. Ich frage mich, wer würde für Deutschland einspringen? Ich denke keiner.
Wade Wilson
Wade, das hat nixmit "die deutschen sind die Bösen" zu tun.
Und auch wenn du die Bildzeitung nicht liest - die Argumente hast du trotzdem aufgenommen.
1. Die durchschnittliche Rentenhöhe dort ist 630 Euro. Laut Focus war sie in Deutschland fast doppelt so hoch - 1176 Euro.
2. Dahinter steckt Kalkül. Die Heuschreckenschwärme der Hedgefonds haben Griechenland sturmreif geschossen. Die hätten noch lange so weiterwursteln können - wir fälschen unsere Bilanz doch auch nicht weniger, spätestens seit den Bailouts an den Banken. Oder wie kannst du dir das erkläeren, dass keine 2 Mrd. Euro für die Pendlerpauschale da war, aber offenbar fast HUNDERT Milliarden, um die HRE zu retten? Glaubst du wirklich, dass die Kriterien der Verträge noch eingehalten werden könnten, wenn da NICHT mit Buchhaltertricks gearbeitet wird? Nichts anderes haben die Griechen gemacht. Nur: Die sind ein Land, wo das Bruttoinlandsprodukt sich auf 3 Säulen gründet: Bau, Tourismus und Schifffahrt. Drei Zweige die von der Wirtschaftskrise sehr schwer getroffen wurden. In der Folge brachen die Einnahmen weg, den Rest haben die Hedgefonds erledigt, die ENDLICH an die Kandare gehören - es kann doch nicht sein, dass ein paar wildgewordene Börsenspekulanten einen ganzen Kontinent in die Armut treiben und keine Sau tut was dagegen.
Was die Proteste angeht: PAME mit der allgemeinen Stimmung in Griechenland gleichzusetzen ist ungefähr so, als würde man eine Demonstration der Bayernpartei für die Stimmung in Deutschland nehmen. Aber wenn man sich als Jouranlist nicht aus seinem 4-Sterne-Hotel rausbewegt, bekommt man sowas ja leider nicht mit.
Fakt ist, dass alle Journalisten, die nur halbwegs mit Griechenland zu tun haben, alle sagen, dass die derzeitige Stimmungsmache gegen die Griechen auf bewusster Falschinformation beruhen. Wir sind hier in Euroland - together we stand, divided we fall. Das mag man mögen oder nicht, aber fakt ist, dass wir jetzt alle in einem Boot sitzen und es nichts nutzt, denjenigen, der das Boot leckgeschlagen hat, einfach mal schwimmen zu schicken.
Von Wade gepostet und von mir durch Falschklick versehentlich gelöscht:
Gut, es mag sein dass ich Fehlinformationen aufgenommen habe und ich bin auch kein Griechenland-Hasser oder der Meinung das es uns hilft die aus der EU zu kicken. Aber ich halte es für Riskant, den Griechen so hohe Kredite ohne härtere Auflagen zu geben. Natürlich sehen den Griechen die Sparpolitik nicht ein, aber irgendwo muss man ja anfangen
Achja und zu dem Punkt "divided we fall" ... ich bezweifel dass es Deutschland als nicht EU-Mitglied schlechter gehen würde, im Gegenteil. Man brauch sich doch bloß mal die Schweiz angucken und Deutschland als Export stärkstes oder zweitstärkstes Land der Welt (weiß net ob China uns schon überholt hat) und ohne die Milliarden an EU-Abgaben wären wir sicher nicht ärmer dran. Aber das nur so am Rande
aaaaaaaaaalso:
1. Die Griechen sehen sehr wohl ein, dass man sparen muss. Nur die Partei PAME (die griechische Bayernpartei) eher nicht. Und DIE demonstrieren - und das wird hier hochgekocht zu einem breiten "wir wollen das nicht".
2. Deutschland mit einer harten D-Mark wär geil, was?
Nur, dann könntest dir die Exportnation Nr. 1 vonne Backe putzen. Exportieren tun nur Länder mit schwacher Währung. Starke Währungen importieren. Guck dir das doch mal an - die Chinesen halten seit Jahrzehnten ihre Währung künstlich niedrig, damit sie billiger exportieren können. War auch schon ein paarmal fieses Thema zwischen den Amis und China.
Und was die Sparauflagen des IWF angeht, die nicht hart genug wären.
*hust*
lang die Kritik am IWF nicht mehr gelesen, was? Für "weiche" Auflagen sind die eher nicht bekannt.
Ich muss Tantchen da recht geben:
1. die Griechen sind _nicht_ die "Bösen" (werden klein gehalten, damit wir groß sind!)
2. Deutchland wäre ohne die EU (ursprünglich übrigens nur etwas, um den europäischen Markt abzuschotten!) nicht Exportweltmeister (der Herzen)
3. Merkels langes Zögern war und ist absolut kontraproduktiv (spielt nur den Hedgefonds u.ä. in die Hände)
4. unsere Zahlungsmoral ist auch nicht besser
5. unsere Verschuldung wird kleingerechnet - wir sind da nicht besser als die anderen
Also hören wir auf, die Griechen (Portugiesen, Spanier, Italiener, ...) schlecht zu reden - bei uns sieht auch nicht so viel besser aus.
How - ich habe gegessen!
Zu Punkt 4 hab ich noch nen netten Nachrichtenlink.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2605388_Schuldenbremse-Berlin-diskutiert-griechische-Loesung.html
Und wir wagen es ernsthaft, auf die Griechen einzuprügeln?
Jo - das ist ja wie mit der Arbeitslosenstatistik!
Daher glaube ich auch keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe (ja - ich weiß - der Spruch ist alt - aber er ist noch immer gültig).
Es kommt immer auf die Erfassung/Erhebung der Daten und deren Interpretation an. Ich habe z.B. in einer Umfrage festgestellt, dass 100% der Deutschen männlich und 100% der Erdenbürger Deutsche sind.
Die Umfrage fand mit mir und meinem Bruder statt! ;-)
Also wenn die Regierung meint, sie müsse "die Bilanz fälschen", dann soll sie das tun. Die Schulden werden dennoch nicht weniger.
Man hört ja immer, die Kassen seien leer. Sind sie aber nicht! Das Geld wird nur leider immer an unnötigen Stellen verpulvert. (Soda-Brücken, Soda-Parkplätze, Soda-Straßen, ...)
Wenns jetzt um die finanzierung von staatlichen Aufgaben geht, das ist mal noch ein ganz anderes Feld, da wird einem richtig schlecht.
"Unterfinanzierung der Kommunen" ist das Stichwort. Bund und Länder drücken da immer mehr Aufgaben hin, ohne aber die Zeche bezahlen zu wollen.
Und in Griechenland sind grad drei Leute gestorben in einer brennenden Bank - Blut für Geld.
Ich will das nicht - ich fühl mich nicht mehr heimisch in diesem Deutschland.
@Parse:
Hmmm - tja - das mit dem Nicht-Mehr-heimisch-Fühl-Das kann ich verstehen.
Aber mal ehrlich - wo willste hin?
Ich kenne kein Land, wo's besser ist!
@Tantchen:
Ja - mehr Aufgaben bekommen sie schon, dafür dann aber auch weniger Geld. Wenn man hier im Ort (nee - 'ne Stadt isses ;-) ) mit dem Fahrrad fährt und dies auch noch schnell tut (so wie ich!), muss man damit rechnen, dass man spätestens nach 5 - 6 tagen die Schrauben nachziehen darf, von den geplatzten Reifen und verbogenen Felgen ganz zu schweigen. Sowas zahlt aber keiner - steht ja 'n Schild da! (ist dann aber kein Soda-Schild, weil das ja _nicht_ einfach nur so da steht).
@JoyntSoft: Du hast ja Recht, vor allem seitdem die Deutschen durch die jüngsten "qualifizierten" Äußerungen unserer selbsternannten Eliten im Ausland überall willkommen sind. Die Griechen sind zu verstehen, wenn die Leute wie mich mit dem Besen aus dem Land jagen. Aber ich habe halt so ein völlig überflüssiges Schamgefühl. Dagegen kann ich nicht an. Ich bin in Deutschland geboren, trotzdem schäme ich mich für dieses Land - einer muss es ja tun.
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